SPON und die Entgeltlücke

SPON.. nun.. ach, nee, hat ja keinen Zweck. Aber diese Woche gab es mal wieder ein schönes Beispiel. Das statistische Bundesamt hat die aktuellen Zahlen zur statistischen Entgeltlücke veröffentlicht. Wörtlich heisst es in der Pressemitteilung von DESTATIS:
“Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anlässlich des Equal Pay Day am 18. März 2017 weiter mitteilt, lassen sich fast drei Viertel des unbereinigten Gender Pay Gap auf strukturelle Unterschiede zurückführen: Die wichtigsten Gründe für die Differenzen der durchschnittlichen Bruttostundenverdienste waren Unterschiede in den Branchen und Berufen, in denen Frauen und Männer tätig sind, sowie ungleich verteilte Arbeitsplatzanforderungen hinsichtlich Führung und Qualifikation. Darüber hinaus sind Frauen häufiger als Männer teilzeit- oder geringfügig beschäftigt.”
Unten folgt noch der Hinweis: “Der Gender Pay Gap ist die Differenz des durchschnittlichen Bruttostundenverdienstes der Männer und Frauen im Verhältnis zum Bruttostundenverdienst der Männer. Es stehen dabei zwei Indikatoren mit unterschiedlicher Intention zur Verfügung. Der unbereinigte Gender Pay Gap vergleicht den Durchschnittsverdienst aller Arbeitnehmer beziehungsweise Arbeitnehmerinnen in allgemeiner Form miteinander. Mithilfe des unbereinigten Gender Pay Gap wird auch der Teil des Verdienstunterschieds erfasst, der durch schlechtere Zugangschancen von Frauen hinsichtlich bestimmter Berufe oder Karrierestufen verursacht wird, die möglicherweise ebenfalls das Ergebnis benachteiligender Strukturen sind. Der bereinigte Gender Pay Gap hingegen misst den Verdienstabstand von Männern und Frauen mit vergleichbaren Qualifikationen, Tätigkeiten und Erwerbsbiographien.”

Was meldet nun SPON? Rrrrrrichtig! “Neue Zahlen zeigen: Für denselben Job bekommen Mitarbeiterinnen noch sechs Prozent weniger Geld als ihre männlichen Kollegen”.

Auf Twitter gab es dafür die völlig gerechtfertigte Watsche. Die Twitterer von SPON haben das Problem erkannt und sich sogar ausdrücklich für den Bockmist entschuldigt: “Hier ist uns ein Fehler passiert: Es handelt sich bei den 21 % um den unbereinigten Gender Pay Gap. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.”
Das ist lobenswert. Aber bis heute ist der  Artikel unverändert. Hat man das dem/der AutorIn “lov” schlicht nicht mitgeteilt, das journalistisch unsauer gearbeitet wurde? Oder hat sich lov aus weltanschaulichen Gründen geweigert, das zu ändern?

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